Klinische Immunologie

Die klinische Immunologie ist immer dann gefragt, wenn das Immunsystem anders als auf die normale Weise arbeitet oder eine andere als die ihm zugeteilten Aufgaben erfüllt. Derartige Störungen sind zum Beispiel Allergien, Tumorbildungen oder auch so genannte Autoimmunkrankheiten. Dies sind Immunreaktionen, bei denen sich das Immunsystem — warum auch immer — gegen den eigenen Körper richtet.

In der Rheumatologie wird zwischen autoimmun-entzündlichen Gelenkerkrankungen und immunologisch-induzierten Systemerkrankungen unterschieden.
Zu den entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen gehören als klassische Vertreter einer Vielzahl teils ähnlicher klinischer Erscheinungsbilder zum Beispiel die chronische Polyarthritis (auch ‘rheumatoide Arthritis’ genannt) als typische Erkrankung peripherer Gelenke oder der Morbus Bechterew als typische entzündlich-rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule.
Unter die Systemerkrankungen fallen zum Beispiel die Primären und sekundären Vaskulitiden, letztere bezeichnet man gemeinhin auch als sog. Kollagenosen. Dabei handelt es sich um Autoimmunerkrankungen, die zu einer starken Entzündung der die Organe und das Gewebe versorgenden Blutgefäße führen und letztlich unbehandelt zu einem kompletten Verlust einer Organfunktion führen können. Diese Phänomene treten jedoch auch nicht selten als Begleiterscheinungen anderer rheumatischer Erkrankungen auf.

Diese Erkrankungen verursachen teilweise sehr rasch eine Zerstörung von Gelenken und können – im Fall der Systemerkrankungen – ohne Therapie sogar zum Ableben des Patienten führen.
Um Schaden von den Patienten abzuwenden, ist eine umgehende Diagnostik und Therapie deshalb schnellst möglich geboten.

Um eine genaue Diagnose zu erhalten, reicht es jedoch nicht aus, ausführliche Patientengespräche zu führen. Darüber hinaus muss stets eine intensive Laboratoriumsdiagnostik erfolgen.
Unter Umständen kommen weitere Diagnoseverfahren zur Anwendung, wie zum Beispiel bildgebende Verfahren, wie z.B. Sonographie, Röntgendiagnostik und Magnetresonanztomographie, oder auch Gewebebiopsien.

Wie wird therapiert?

Bei der Therapie von Störungen des Immunsystems ist es wichtig, den Patienten ganzheitlich und mit seiner individuellen Krankheitsgeschichte zu betrachten. Keine Erkrankung ist wie die eines Anderen!
Kurzfristiges Ziel ist es, eine Krankheitsremission, d.h. eine Rückbildung bzw. Kontrolle der Krankheitssymptome und auch der immunologischen Aktivität zu erreichen.
Langfristig geht es darum, neue Krankheitsschübe zu verhindern. Daher steht eine umfassende Erhaltungstherapie im Vordergrund. Um das Immunsystem zu regulieren, ohne es dabei unnötig zu schwächen, werden gezielte Therapieverfahren eingesetzt, die je nach vorliegender Diagnose individuell und mit den Patienten gemeinsam zusammengestellt wird.

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